19.04.10

A Single Man by Tom Ford

 

Ein nackt tauchender Mann - seine Bewegungen sind weich, schwebend, schwere los. Der gewählte Ausschnitt lässt den Zuschauer ahnungslos. Musikalisch wird dies begleitet von einem Orchester. Schnitt. Ein Autounfall. Das Geräusch was diesen wohl ausgelöst hat wird eingeblendet. Die Kamera begleitet einen Mann im Anzug der zum Unfallort geht. Das Orchester setzt wieder ein. Der Mann legt sich zu dem Unfallopfer in den Schnee. Er mustert sein von Blut überströmtes Gesicht. Schließlich küsst er ihn sanft. Eine Großaufnahme von dem toten Mann folgt. Das Blut ist gefroren - die Augen leer. Die Musik wird schneller bis ein weiterer Schnitt erfolgt. Das Erwachen beginnt mit den Worten „bin“ und „jetzt“. Seit 8 Monaten schmerzt jedes Erwachen. Die kalte Erkenntnis, dass ich immer noch hier bin setzt sich durch.“ Es war ein Traum.

So beginnt „A Single Man“. Ein Film, der durch seine interessante Art und Weise wie er seine Geschichte erzählt besticht. Der Zuschauer wird in eine Situation geschmissen, die er nicht einschätzen kann. Es werden ihm immer wieder Informationshappen serviert, die er erst im weiteren Verlauf des Filmes verdauen kann. Das macht ihn einerseits zuerst leicht verwirrend, aber dadurch auch spannend. Viele Dinge erscheinen im Laufe des Filmes auf einmal in einem anderen Licht. Dies alles wird zudem noch in einer äußerst ansprechenden Verpackung geliefert. Durch die gewählten Bildausschnitte, Perspektiven und das Spiel mit den Farben wird der Film zu einer ästhetischen Perle. Jedes Bild im Film steht für sich. Der Film hat mich so fasziniert, dass ich ihn mir sofort ein zweites Mal angeschaut habe und es auch in der nächsten Zeit nochmal tun werde.

„Eine Welt in der es keine Gefühle gibt ist eine Welt in der ich nicht leben will.“

Auf den Inhalt will ich hier an der Stelle gar nicht weiter eingehen, da durch die Zeitsprünge sonst zuviel verraten werden würde. Ich rate jedem ihn sich - soweit es noch möglich ist - einfach unbefangen an zusehen und zwar in groß und laut.

Von joschka in mein blog19.04.10 German (DE) E-Mail

2 Kommentare

Kommentar von: claudia [Mitglied] E-Mail
hört sich interessant an.
19.04.10 @ 20:43
Kommentar von: joschka [Mitglied] E-Mail
Tom Ford ist wohl gleichzeitig auch Modedesigner was eindeutlich erklärt warum der Film soviel Stil hat und warum die Menschen alle so maßlos gut gekleidet sind und so maßlos schöne Autos, Häuser undsoweiter haben.
20.04.10 @ 14:16

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